auszogene küchle | zogene kiachle

Auf Instagram habe ich am Dienstag meine »Zogene Kiachle« in den Stories gepostet und euch gefragt, ob ihr diese kennt und ihr das Rezept haben wollt. Über die Hälfte kennen diese leckeren Kiachle gar nicht und über 90% wollen das Rezept haben. Also kommt es natürlich sofort – auch wenn die Kiachle bei uns eigentlich ein typisches Fasnetsgebäck sind und so gar nicht in die Fastenzeit passen.

was sind zogene kiachle überhaupt?

Ganz simpel gesagt: Auszogene Küchle sind ein Schmalzgebäck aus Hefeteig. Sie haben typischerweise einen dicken fluffigen Rand und einen sehr dünnes knuspriges inneres und werde nach dem Ausbacken mit Puderzucker oder Zimt-Zucker bestreut.

Bei uns in Oberschwaben heißen sie Zogene oder Zogene Kiachla aber sie haben noch zig andere Namen. Allgemein im Schwäbischen sind sie auch als Fensterkiachle bekannt. Aber sie hören auch auf Namen wie Krapfen, Küchl, Kiacherl, Schüssalasküchle, Auszogne (bayrisch), Rottnudel (niederbayrisch), Knieküchle (fränkisch), Streubla (oberfränkisch), Pfannkuchen (itzgründisch), Bauernkrapfen (österreichisch), Kiachl (tirolerisch), Kniekiechl (südtirolerisch) und so weiter. Ich hab bestimmt noch eins vergessen oder bei meiner kleinen Recherche übersehen.

Der Legende nach tragen die Knieküchle ihren Namen, weil eine fränkische Bäckerin den Teig über dem Knie so auszog, dass er in der Mitte so dünn wurde, dass man einen Liebesbrief durch lesen kann. Deshalb auch der Spruch »Willst scheyne Schüsslasküchla baggn, barauchst braade Knie« – Willst du schöne Schüsselküchle backen, brauchst du breite Knie. Ironisch auf die breiten Knie anspielend, gibt es wohl auch die Bezeichnung Katholische Küchle, wenn sie eine große dünne Innenfläche haben und Evangelische Küchle, wenn die Innenfläche etwas kleiner und der Rand dafür breiter ist.

Es spielt allerdings keine Rolle, wie das Schmalzgebäck nun heißt, die Hauptsache ist, dass es lecker ist. Und das sind sie! Ja ich gebe es zu, sie sind dadurch, dass sie in Fett ausgebacken werden, nicht gerade das healthy clean eating fat and gluten free super Food aber ab und zu darf man sich doch auch mal was gönnen, oder?

auszogene küchle

für etwa 20 stück

zutaten

250 ml Milch
1/2 Würfel Hefe
50 g Zucker
400-500 g Mehl [Dinkelmehl Type 630 oder Weizenmehl Type 550]
1 Prise Salz
90 g weiche Butter
1 Ei

1-1,5 L Öl zum Frittieren

Zimt-Zucker zum Bestreuen
alternativ: Puderzucker

zubereitung

1 | Die Milch handwarm erwärmen, die Hefe in eine Schale krümeln, 1 EL des Zuckers dazu geben und mit etwa 50 ml der warmen Milch verrühren. Die Schale 5-10 Minuten beiseite stellen.

2 | Etwa 450 g des Mehl mit dem restlichen Zucker und dem Salz verrühren. Die Hefemilch, die restliche Milch, die weiche Butter und das Ei hinzugeben und vermengen, dann von Hand etwa 5 Minuten zu einem geschmeidigen Teig kneten, dabei nur so viel des restlichen Mehls einkneten wie nötig. Den Teig in eine leicht gefettete oder bemehlte Schüssel geben und zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

3 | Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa 1 cm dick ausrollen und 7 cm Kreise ausstechen [oder 20 gleich große Bällchen formen und diese etwas flach drücken – Ausstechen geht aber viel schneller.], Teigreste nochmal kurz zusammen kneten, neu ausrollen und ausstechen.
Die Teiglinge auf ein bemehltes Brett oder Backblech legen und mit einem Tuch abgedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen.

4 | Das Öl etwa 5-7cm tief in einem großen Topf mit schwerem Boden geben und erhitzen [Das Fett ist heiß genug, wenn an einem Holzlöffel viele kleine Bläschen aufsteigen, wenn man ihn ins Fett hält oder bei ca. 170 °C].

5 | Die Teiglinge vorsichtig von der Mitte her ausziehen, damit eine hauchdünne Mitte und ein etwa 2 cm dicker Rand entstehen, dann vorsichtig ins heiße Fett gleiten lassen – je nach Topfgröße 2-3 gleichzeitig. Wenn sie unten goldbraun sind – geht recht schnell – wenden und fertig backen. Aus dem Fett nehmen und auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen, dann in Zimt-Zucker wenden oder mit Puderzucker bestreuen.

Die Auszogene Küchle schmecken am besten ganz frisch.
Falls doch mal welche übrig sind, am nächsten Tag auf ein Backblech legen und bei 150 °C im Ofen ein paar Minuten aufbacken.
Oder – am besten ungezuckert – einfrieren und vor dem Servieren aufbacken und in Zimt-Zucker wenden oder mit Puderzucker bestreuen.

Lasst mich doch mal in den Kommentaren wissen, ob ihr die Kiachle kennt und wie sie bei euch heißen?! Oder gibt es etwas ähnliches bei euch in der Region?

Habt eine schöne restliche Woche.
xo.

Folge:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Etwas suchen?