zwetschgen datschi wie von oma

zwetschgen datschi rezeptWas macht man, wenn plötzlich der liebe Nachbar mit 5 kg Zwetschgen vor der Tür steht? Eine Insta-Story und überlegt was man damit nun anstellen soll,  ist doch klar. Ganz spontan entscheidet man sich dann einen Zwetschgendatschi wie von Oma zu machen. Dabei macht man fleißig weiter Insta-Stories und zeigt, wie man den Zwetschgendatschi macht – ganz ohne Oma. Denkt aber nicht mal ansatzweise darüber nach, dass man das Rezept ja auch verbloggen könnte. Erst in der letzten Story macht man dann doch mal eben eine Umfrage, ob jemand gerne das Rezept möchte. Ergebnis: 100 % stimmen für ja.

Ganz ungeplant und ohne groß darüber nachzudenken wird dann schnell noch während der Kuchen abkühlt das Set aufgebaut. Passt! Nur noch schnell einen Kaffee machen und Sahne aufschlagen. Stop! Problem! Keine Sahne im Kühlschrank. Wo ist die denn hin gekommen? Mist, wo soll ich hier im Dorf jetzt auf die Schnelle Sahne her bekommen. Tante Emma Laden hat es ja nicht nötig an einem Donnerstag nachmittags auf zu haben. Wegen Sahne irgendwo hin zu fahren muss ja jetzt auch nicht unbedingt sein. Ok, Nachbarn fragen, denn so ein Zwetschgendatschi ohne Sahne kann man mal machen, muss man aber nicht unbedingt.

Es wird dunkel, der Himmel zieht plötzlich zu und es donnert. Ääähm, ok das Shooting kann ich dann jetzt auch vergessen, bei dem Licht wird das nichts und sooo geh ich auch bestimmt nicht aus dem Haus. Schon gar nicht wegen einem Becher Sahne! Gut, war dann doch zu spontan und sollte nicht sein. Dann gibt’s eben Kaffee und Zwetschgendatschi ohne Sahne und ohne Fotos für den Blog.

Tja und dann kam es doch anders, der Himmel zieht wieder auf, plötzlich wieder schönstes Wetter mit Sonnenschein. Set steht noch, schnell den Kuchen auf die Teller, nochmal einen Kaffee gemacht und Fotos ratz fatz im Kasten. Ja und jetzt fragt ihr euch, wo nun plötzlich die Sahne her kam. Zurecht! Verrate ich euch später.

zwetschgen datschi rezept

zwetschgendatschi – was ist das eigentlich?

Erst mal noch eine ganz andere Frage, die geklärt werden möchte. Kennt ihr überhaupt Zwetschgendatschi? In Süddeutschland und soweit ich weiß auch in Österreich müsste er geläufig sein aber darüber hinaus wahrscheinlich eher nicht. Es ist ein ganz einfacher Blechkuchen aus Hefeteig, belegt mit Zwetschgen und getoppt mit Streuseln oder gemahlenen Nüssen. »Datschi« leitet sich wohl von dem Wort »datschen« ab was so viel heißt wie »hineindrücken«, was Sinn macht, denn die Zwetschgen werden in den Hefeteig hineingedrückt.

Außer dem Zwetschgendatschi gibt es auch noch Apfeldatschi, bei dem anstelle der Zwetschgen dünne Apfelspalten auf dem Hefeteig drapiert werden. Der Datschi ist also ein typischer Spätsommer und Herbst Kuchen, wenn es frische Zwetschgen und Äpfel gibt. Bei uns gab es zu der Jahreszeit kaum einen anderen Kuchen, da meine Großeltern sowohl Zwetschgen als auch Äpfel in Garten hatten und was gibt es besseres als einfach in den Garten zu gehen und sich das Obst für den Kuchen selbst frisch zu ernten?

zwetschgen datschi rezept

zwetschgendatschi wie von oma

für 1 Blech

für den hefeteig

500 g Mehl z.B. Dinkelmehl Type 630 oder Weizenmehl Type 550
1/2 Würfel Hefe
80 g Zucker
200 ml Milch
1 Prise Salz
100 g weiche Butter
1 Eigelb

für den Belag

1,5 kg frische Zetschgen

für die streusel [ganzen Blech]

150 g Mehl
75 g brauner Zucker
1 Prise Salz
1/2 TL Zimt
100 g kalte Butter

für die nussmischung [ganzen Blech]

150 g gemahlen Haselnüsse [Mandeln oder Wahlnüsse oder eine Mischung gehen auch] 75 g brauner Zucker
1/2 TL Zimt
etwas Butter

zubereitung

1 | Für den Hefeteig 400 g Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde darin formen und die Hefe hinein bröseln. Einen Esslöffel des Zuckers dazu geben. Die Milch erwärmen und etwa 50 ml zu der Hefe und dem Zucker in die Mulde geben und verrühren, mit etwas Mehl bestreuen. Die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Vorteig etwa 15 Minuten gehen lassen.

2 | Den restlichen Zucker, die restliche Milch, das Salz, das Eigelb und die weiche Butter in kleinen Stücken in die Schüssel dazu geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Nur so viel des restlichen Mehls einkneten, wie nötig. Der Teig sollte glatt, elastisch und weich, aber nicht mehr klebrig sein. Die Schüssel mit etwas Mehl ausstäuben, den Teig zu einer Kugel formen, hineinlegen und mit dem Küchentuch bedeckt an einem warmen, luftzugfreien Ort 1 Stunde gehen lassen bis das Volumen sich verdoppelt hat.

3 | Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Hefeteig auf Backblechgröße ausrollen und auf das Backblech legen. Die Zwetschgen waschen, trocknen, halbieren, entsteinen, die Hälften längs 2/3 einschneiden und in Reihen schuppenartig auf den Hefeteig legen und leicht eindrücken.

4 | Den Backofen auf 200 ° C Ober-/Unterhitze [Umluft 180 °C] vorheizen.

5 | Welches Topping soll es sein?
Für das Streusel-Topping alle Zutaten rasch mit den Fingern oder dem Rührgerät zu einem Streuselteig verkneten. Die Streusel auf den Zwetschgen verteilen
Für das Nusstopping alle trockenen Zutaten miteinander vermengen und über die Zwetschgen streuen. Etwas Butter in Flocken darüber verteilen.

6 | Den Zwetschgendatschi im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen.

7 | Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen und mit Schlagsahne servieren. Auch lauwarm ein Genuss!

tipps

In meinen Instagram Story Highlights habe ich euch meine Making-of-Story »make a datschi« gespeichert, da seht ihr auch genau, wie ich die Zwetschgen geschnitten und angeordnet habe und wie die Toppings auf dem Kuchen ungebacken aussehen sollten.

Der Datschi schmeckt natürlich frisch am besten – wie eben alle Hefegebäcke auch. Wer aber weiß, dass nicht das ganze Blech spätestens am nächsten Tag gegessen wird, kann den Datschi in Stücke geschnitten einfrieren. Vor dem Verzehr einfach kurz auftauen lassen und kurz im Backofen aufbacken, dann schmeckt er wie frisch gemacht.

Für einen Apfeldatschi die Äpfel schälen, entkernen und in sehr dünne (etwa 1/2 cm) Spalten schneiden und schuppenartig auf dem Hefeteig in Reihen legen und wie den Zwetschgendatschi toppen und backen. Ich empfehle leicht säuerliche Äpfel, da sie sonst viel zu süß werden.

Vor einer ganzen Weile habe ich mal ein Rezept hier auf dem Blog mit euch geteilt, was dabei raus kommt, wenn meine geliebten Cinnamon Rolls und Zwetschgendatschi Babies bekommen – Zwetschgendatschi Rolls. Da gibt’s auch ein paar extra Hefeteig-Tipps und wie man am besten mit der Diva umgeht.

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So jetzt wollt ihr noch wissen, wie das denn nun mit der Sahne war, oder?
Das was ihr auf dem Bild seht, ist keine Sahne sondern griechischer Joghurt. Hahaha! Und nein, die Kombi schmeckt nicht so wirklich, hab ihn wieder in den Kühlschrank gepackt und ess ihn morgen zum Frühstück. Also glaubt nicht alles was ihr auf Food Fotos so seht. Manchmal muss man als Food Fotograf ein bisschen tricksen – wobei ich persönlich das sehr selten mache. Was bei mir zum Beispiel ein no-go ist, währe irgendwelche nicht essbaren Dinge zu verwenden. Ich will ja schließlich das, was ich fotografiere hinterher auch essen. Das einzige wo ich mal trickse sind Dinge wie ein anderes Kraut benutzen, weil ich spontan gerade keinen Koriander da habe oder bekommen habe, dann kann es schon mal glatte Petersilie sein. Ja und eben Joghurt anstelle von Sahne. Aber sonst wird da nichts getrickst.

Ja, so war das. Ganz spontan und ohne Plan ist so gestern dieser Blogpost entstanden. So mag ich das. Hättet ihr da eigentlich öfters Lust drauf, dass ich euch in den Stories beim Kochen oder Backen mitnehme? Lasst es mich wissen.

Habt einen schönen Tag und lasst es euch gut gehen.
xo.

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PS: Wenn eure Zwetschgenbäume oder die eurer Nachbarn auch so viele Zwetschgen haben, dass ihr schon gar nicht mehr wisst, wohin damit, dann friert auf jeden Fall mal noch 1 oder 1,5 kg ein, da machen wir dann mit Dezember leckere Weihnachtsmarmelade draus. Ich hab da schon mal vorgesorgt, denn die 5 kg Zwetschgen vom Nachbarn mussten ja irgendwie versorgt werden.

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